HOBBY HORSE VS. EDI NULZ

Als „Räudigen Kammerpunkjazz“ beschrieb der „Standard“ die Musik des Trios Edi Nulz. Spielen die drei nun einen Jazz, der von Rockmusik gebrochen wird, oder ist es eher umgekehrt? Dabei kommen die Musiker scheinbar auch noch ohne Bass und Sänger aus. Denn bei Edi Nulz ist die Bassklarinette Solist, Sänger und Bassist in Personalunion. Auch die Gitarre erlebt man zuweilen als Meister des tiefen Schalldrucks. Am Schlagzeug wird charmant gerumpelt und gekonnt geschludert, um dann eine musikalische Legierung aus grandioser Grotesque und glücklichem Unsinn zu erzeugen. Für die Jazzwerkstatt fusionieren sich Edi Nulz nun mit dem italo-amerikanischen Trio Hobby Horse, dessen Musik das Magazin „Jazzit“ als „unerwartet, erklärlich und zugleich bizarr kohärent“ beschreibt. Hobby Horse verbindet hypnotisch anmutende Improvisationen mit einem explosiven Sound und kombiniert dabei Elemente aus Free Jazz, Rock und elektronischer Musik. Dass die drei Herren dabei Genregrenzen überschreiten, versteht sich fast von selbst – auch wenn die Verankerung der Musiker im Jazz immer hörbar ist. Das Repertoire reicht dabei von Eigenkompositionen bis zu Stücken von Tom Waits, Robert Wyatt und Thelonious Monk. Was von diesem Doppeltrio zu erwarten sein wird? Ziemlich großes Hörspiel.

Siegmar Brecher | bass clarinet
Julian Adam Pajzs | guitar
Valentin Schuster | drums/drumpad /pocket piano
Dan Kinzelman | tenorsax/clarinets/vocals
Joe Rehmer | bass/keys/vocals /percussion
Stefano Tamborrino | drums /percussion /melodica /vocals

Foto:  Enrico Menichini | Antonia Renner

www.hobbyhorse3.com
www.edi-nulz.com